Weinbergschnecken

Lebensraum und Verbreitung der Weinbergschnecken

Die Weinbergschnecke kommt in lichten Wäldern, Gebüschen und offenen Lebensräumen vor allem auf kalkreichen, nicht zu trockenen Böden vor, teils auch kulturfolgend in nicht zu intensiv genutztem Kulturland. Sie ist sehr wärmeliebend und standorttreu. Im Gegensatz zu anderen Schneckenarten ist die Weinbergschnecke fähig, sich verschiedenen Lebensbedingungen anzupassen. Weinbergschnecken sind im Westen bis nach Mittelfrankreich und Südengland, im Norden bis nach Südschweden, Norwegen, im Osten bis nach Estland, Weißrussland und die westliche Ukraine sowie im Süden bis Norditalien, auf der Balkanhalbinsel bis nach Mazedonien verbreitet, wobei die Verbreitung der Weinbergschnecke historischer Zeit durch den Menschen gefördert wurde.

 

Merkmale der Weinbergschnecken

Wie bei Schnecken allgemein gliedert sich der Körper der Weinbergschnecke  in Kopf, Fuß, Eingeweidesack und Mantel. Eine ausgewachsene Weinbergschnecke wird bis zu 10 cm lang und etwa 30 g schwer. Das braune Gehäuse erreicht einen Durchmesser von 3 bis 5 cm.

Die äußere Atmung erfolgt mit einem deutlich sichtbaren Atemloch, das in die Mantelhöhle führt, deren Wandung reich mit Blutgefäßen ausgestattet ist.

Gehäuse der Weinbergschnecke

Die Weinbergschnecke bildet  ein schraubig gewundenes Gehäuse aus Kalk, umgangssprachlich auch Schneckenhaus genannt. Es erreicht bei einer ausgewachsenen Weinbergschnecke einen Durchmesser von etwa 3 bis 5 cm.

Es hat fast immer die Form einer rechtsgängigen Schraube. Es gibt ganz selten Exemplare mit linksgängigen  Schneckengehäuse,  diese Weinbergschnecken werden auch  Schneckenkönig genannt. Der wissenschaftliche Gattungsname Helix bezieht sich auf die Schraubenform des Gehäuses. Die Weinbergschnecke ist in der Lage, leichte bis mittelschwere Beschädigungen an ihrem Gehäuse durch Kalkeinlagerung zu reparieren.

Fortbewegung und Schleim der Weinbergschnecke

Die Weinbergschnecken gehört zur Gruppe der Gastropoden, was so viel heißt wie Magenfüßer. Denn hinter dem Kopf befindet sich auf der Sohle ihr muskulöser Kriechfuß. Hiermit kriecht die Weinbergschnecke, eine feuchte Schleimspur hinterlassend und ihr Gehäuse tragend, über den Boden. Dabei streckt sie ihre vier Fühler aus. Bei Gefahr zieht sie sich in ihr Schneckenhaus zurück. Da Die Geschwindigkeit der Weinbergschnecke  ist von der Lufttemperatur , Luftfeuchtigkeit und Untergrund abhängig, die Weinbergschnecken können sehr gut klettern. Der Schleim ist für die Weinbergschnecken lebenswichtig und hat verschiedene Funktionen, die dem Schutz und der Verteidigung dienen. Beim Kriechen schützt der Schleim vor Verletzungen des Kriechfußes. So können die Weinbergschnecken  z. B. über scharfe Gegenstände kriechen, ohne sich zu verletzen. Beim Hochkriechen an Wänden verhindert die bindende Wirkung des Sekrets verbunden mit einer Saugwirkung des Kriechfußes das Herunterfallen der  Weinbergschnecke. Der feuchte Film auf der Haut schützt vor Austrocknung bei Hitze und in der Sonne. Bei großer Trockenheit verschließt die Weinbergschnecke ihr Gehäuse. Bei Angriffen kleiner Fressfeinde kann die Schnecke größere Mengen Schleim produzieren und diesen zum Fernhalten der Angreifer schaumig aufblasen.

Sinnesorgane der Weinbergschnecke

Die Weinbergschnecke besitzt in den Enden der beiden langen, oberen Fühler je ein Auge. Ebenfalls mit den oberen Fühlern kann die Schnecke riechen. Mit den unteren Fühlern tastet und schmeckt die Weinbergschnecke. Die Sinneszellen sind nicht auf ein Organ beschränkt. Sie befinden sich auch am Kopfende des Tieres und nehmen zum Schwanzende hin ab. Hören kann die Weinbergschnecke nicht.

Ernährung der Weinbergschnecke

Weinbergschnecken ernähren sich von weichen, welken Pflanzenteilen und Algenbewüchsen, die sie mit ihrer Raspelzunge abweiden. Weinbergschnecken sind auf einen Lebensraum angewiesen, in dem sie Kalk aufnehmen können. Diesen benötigen sie zur Stabilisierung ihres Schneckenhauses und zum Bau des Schutzdeckels für die Überwinterung. Wenn wenig Kalk in Boden und Gestein vorhanden ist, bilden die Tiere nur ein dünnwandiges, schwaches Gehäuse aus; die Deckel sind mitunter leicht zerbrechlich  was die Lebenserwartung herabsetzt und die natürlichen Verbreitungsgebiete begrenzt.

Fortpflanzung der Weinbergschnecke

Weinbergschnecken sind Zwitter, das heißt, jedes Tier produziert männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane. Die Weinbergschnecken können sich jedoch nicht selbst befruchten. Es kommt vielmehr zu einem Liebesspiel zwischen zwei Tieren, bei dem sich beide Schnecken – Fuß an Fuß – gemeinsam aufrichten und sich gegenseitig so genannte etwa elf Millimeter lange Liebespfeile in ihre Körper treiben. Vier bis sechs Wochen später legen die Schnecken 40 bis 60 weißliche Eier in eine mit Hilfe ihres Fußes und Gehäuses gegrabene Erdgrube ab. Die Jungschnecken entwickeln sich von da an selbstständig und schlüpfen nach einer rund zweiwöchigen Entwicklung.  Ihr Schneckenhaus ist noch sehr weich und viele der Jungschnecken fallen Fressfeinden zum Opfer, sodass nur Weinbergschnecken das geschlechtsreife Alter  erreichen. Natürliche Feinde sind Insekten wie Ameisen, Raubmilben, Spinnen, Nematoden, Vögel und kleine Säugetiere.

Trockenstarre der Weinbergschnecke

Bei starker Trockenheit im Sommer und damit verbundenem Wassermangel können Weinbergschnecken auch einen Trockenschlaf halten. Sie verschließen sich mit einem Deckel und verzögern damit die Verdunstung des im Körper gespeicherten Wassers. . Erst wenn eine ausreichend lange Zeit genug Feuchtigkeit in der Umgebung vorhanden ist, entdeckelt sich die Schnecke wieder und benötigt dann eine Phase der ergiebigen Nahrungsaufnahme, um sich gegebenenfalls erneut verdeckeln zu können.

Kältestarre der Weinbergschnecke

Den Winter verbringen die Weinbergschnecken in einer Kältestarre. Nachdem sie sich einen Nahrungsvorrat angefressen haben, verkriechen sie sich in der Erde und ziehen sich in ihre Schale zurück. Die Schalenöffnung verschließt die Schnecke mit einem Kalkdeckel  der im Frühjahr beim Ausschlüpfen wieder abgestoßen wird.

 

 

 

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